Die Suche nach dem Lebensziel

Irgendwann stellt sich jeder einmal die Frage, was er sich von seinem Leben wünscht. Eigentlich sollte man sich viel öfter einmal Zeit nehmen und über sein eigenes Leben nachdenken. Doch der Alltag hat den Menschen oftmals so fest im Griff, daß er sich diese Zeit nicht nimmt.

Dabei definiert jeder für sich selbst ein anderes Lebensziel. So steht für den einen die Karriere und das Ansehen in der Gesellschaft an erster Stelle, wogegen andere eher die Familie und die Kinder in den Lebensmittelpunkt stellen. Die verschiedenen Wünsche sind aber oftmals nicht miteinander vereinbar und so ist es absolut erforderlich, sich über sein Lebensziele im klaren zu werden um sich spätere Enttäuschungen zu ersparen.

Jeder sollte sich die Zeit nehmen um darüber nachzudenken ob er überhaupt noch das Leben lebt was er sich vorgestellt hat. Dabei darf man aber die Realität nicht aus den Augen verlieren, denn man kann oftmals nur die grobe Richtung vorgeben.

Ein halbes Jahrhundert

Nun habe ich diese Woche meinen "50"igsten Geburtstag gefeiert. Ich bin mit meinen Eltern und meinen Kindern chinesisch Essen gegangen. Danach gab es noch Cappuccino bei meinen Eltern. Mit meiner lieben Frau hatte ich morgens in Ruhe zusammen gefrühstückt, bevor sie dann zur Arbeit musste. Abends wollten wir eigentlich noch einmal ausgehen, doch da war das Wetter nicht mehr so schön und Silke fühlte sich nicht so gut. Wir haben dann unser Urlaubsvideo von Frankreich angeschaut, daß ich gleichzeitig auf eine große Video-Kassette überspielt habe.

Wenn ich an den "50"igsten Geburtstag von meinem Vater denke, der wie ein kleines Schützenfest mit mehreren Musikkapellen gefeiert wurde, so war es bei meinem Geburtstag richtig ruhig und beschaulich. Mein Vater war seinerzeit ja auch Brauereidirektor und es kamen viele Geschäftskunden. Wie viele von den damaligen Gratulanten denken heute noch an meinen Vater ?

Viel habe ich in den letzten 50 Jahren erlebt. Es war viel schönes, aber auch weniger schönes dabei. Doch insgesamt bin ich mit meinem Leben recht zufrieden. Ich habe eine liebe Familie und noch beide Eltern. Wie wird sich das Leben in den nächsten Jahren gestalten ? Wenn es so bleibt wie es ist und auch die Gesundheit mitspielt, dann bin ich schon sehr zufrieden.

Enttäuschungen

Warum bin ich immer wieder enttäuscht, wenn sich Menschen nicht im gleichen Maße für mich interessieren wie ich es tue ?
Viele Menschen sehen aber in erster Linie nur sich selbst und ihre eigenen Belange. Man kann sich mit ihnen über alles unterhalten was sie persönlich interessant und richtig finden. Ihr eigenes Leben ist der Mittelpunkt eines jeden Gesprächs und was interessiert da schon, womit sich der Andere beschäftigt und für diesen vielleicht wichtig ist. Bringt man mal eigene Interessen ins Gespräch, werden diese recht schnell mit dem Hinweis, für so etwas habe ich keine Zeit, abgebrochen.

Wenn ich nun so etwas merke, fühle ich schon eine tiefe Enttäuschung in mir, weil ich mich immer versuche in den anderen Menschen hinein zu versetzten. Ich darf doch die gleiche Aufmerksamkeit erwarten, die ich meinem Gesprächspartner entgegen bringe oder erwarte ich da etwa zu viel ? Aber Gott sei Dank gibt es auch eine Menge Leute, mit denen man sich sehr gut über alle möglichen Themen unterhalten kann.

Keine Zeit !

Das ist die Krankheit der heutigen Gesellschaft. Überall hört man nur, dazu habe ich keine Zeit. Das Mittagessen wird nicht genossen sondern nur in sich hinein geschlungen. Gespräche enden aus Zeitmangel in Floskeln. Menschen die von sich behaupten stark im Stress zu stehen werden von dieser Gesellschaft als besonders wichtig angesehen. Zeit haben doch nur die Faulpelze oder Lebemänner.


Doch dabei vergessen alle, daß auch ihre eigene Lebenszeit an Ihnen vorbei rauscht. Sein Essen sollte man genießen und man sollte sich die Zeit nehmen mit einem lieben Menschen zu sprechen. Arbeit ist doch nicht alles im Leben auch wenn man es uns am liebsten so verkaufen möchte.

Das Leben wird wieder viel intensiver, wenn man sich für das was man tut die nötige Zeit nimmt. Eigentlich wurden die technischen Hilfsmittel die uns zur Verfügung stehen einmal erfunden, um uns mehr Zeit zu geben. Tatsächlich wurde aber einfach das Anforderungsprofil im Job immer weiter nach oben geschraubt, so daß für jeden einzelnen immer weniger Zeit für sich selbst bleibt.

Nimm Dir auch mal wieder Zeit für Dich und Deine Mitmenschen !

Sommerzeit = Urlaubszeit

Vorfreude auf den Urlaub ist etwas herrliches. Dabei unterscheide ich zwischen Urlaub und Ferien. Ferien verbringt man Zuhause aber im Urlaub fährt man weg. Und selbst kurze Urlaube bringen einem schon auf andere Gedanken. Kurz vor Ostern hatten wir einen Kurzurlaub in Köln und Düsseldorf gemacht. Das Urlaubsziel muss ja gar nicht immer so weit weg liegen. Das Schöne am Urlaub ist, daß die Familie in dieser Zeit alles gemeinsam macht. Zuhause geht da doch jeder ein wenig seiner Wege. Kevin sitzt am PC oder fährt zu seinen Freunden und auch Silke und ich sitzen dann öfter am Computer, das ist im Urlaub einfach anders.

Im Urlaub liebe ich es einfach so in den Tag hinein zu leben. Nichts muss man und plant seinen Tag so wie es gerade gefällt. Dabei bin ich keiner der im Liegestuhl verweilt. Mich interessieren andere Städte und Kulturen und davon kann ich eigentlich nicht genug von kriegen. Leider fehlen zu größeren Reisen die Ersparnisse.

Meistens planen wir nach dem Sommerurlaub schon den nächsten Sommerurlaub. In diesem Jahr möchten wir gerne mal nach Großbritannien fahren. Vielleicht ein paar Tage in Schottland, Wales und Cornwall verbringen. Alte englische Tradition, das ist so eine ganz andere, faszinierende Lebensweise. Doch bislang steht nur die große Richtung fest. Ansonsten ist noch nichts richtig geplant. Ich hoffe, daß wir uns diese Reise in diesem Jahr finanziell leisten können. Zumindest werde ich jetzt bald mit den Planungen anfangen.

Schon allein die Urlaubsplanungen machen mir Spaß. Im Geiste reise ich dann zu den Zielen und schaue mir vieles vorab im Internet an. Schon als Kind habe ich vor dem Weltatlas gesessen und von fernen Ländern geträumt. Ich bräuchte nur einen Lottogewinn um meine Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Aber wer noch träumen kann, dem geht es eigentlich gut.

Licht und Sonne

Ach was freue ich mich, daß die Tage jetzt schon so langsam wieder länger werden. Ich sehne mich einfach nach Licht und Sonne. Endlich wieder joggen und längere Radtouren machen. Wenn die Sonne scheint, ist man doch viel fröhlicher und unternehmungslustiger.

Im Augenblick haben wir +11 Grad und der Himmel über Hannover ist grau. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 78 %. Heute Morgen war ich schon mit dem Fahrrad beim Bäcker. Eine längere Strecke möchte ich im Augenblick nicht unbedingt fahren.

Kevin hat heute Geburtstag und sitzt immer noch in seinem Schlafanzug vor seinem PC. In zwanzig Minuten wollen wir uns das Spiel Hannover 96 gegen Borussia Dortmund auf Arena anschauen. Ich wünsche mir, daß wir ein schönes Spiel sehen und Hannover 96 ein Heimspiel Sieg zu Kevins Geburtstag einfährt.

Und was soll ich sagen, wir haben ein schönes Spiel und ein 4 : 2 Sieg über die Borussia gesehen.

Könnte ich die Zeit zurückdrehen

Die Frage, was man dann anders machen würde, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Anstelle des Jura Studiums würde ich es aus heutiger Sicht vorziehen eine Lehre zu machen. Die Studienzeit war unendlich lang, eine Qual und vor allem ohne einen Verdienst. Und auch heute noch profitiere ich nicht finanziell von diesem Studium.

Hätte ich damals nicht studiert und wäre in die Universität nach Göttingen gewechselt, dann hätte ich auch meine Frau nicht kennen gelernt. Mein Sohn Kevin wäre dann gar nicht auf der Welt. Nein, diese Vorstellung gefällt mir nun ganz und gar nicht.

Im Leben gibt es immer mal wieder Zeiten, in denen man sich für einen Weg entscheiden muss. Im Zeitpunkt der Entscheidung wird der im Augenblick richtige Weg gewählt. Es ist gut, dass die Zeit nicht zurück gedreht werden kann. Dinge die geschehen sind, sind geschehen. Entscheidend ist der klare Blick nach vorn. Es bringt einfach nichts immer nach hinten zu schauen. Wir können unser Leben nur durch Entscheidungen für die Zukunft verändern.

Für mich ist meine Familie wichtiger als eine berufliche Karriere. Die Zeit die ich zusammen mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen kann ist unbezahlbar. Diese Zeit ist nicht zu kaufen oder irgendwann später nachholbar. Auch das Jetzt ist morgen schon Vergangenheit. Insofern bin ich mit meinem Leben zufrieden.

Gedanken über das Leben

Vor ein paar Tagen habe ich mir den Titel "kein zurück" von der Band Wolfsheim einmal genauer angehört. Unweigerlich denkt man dann auch über sein eigenes Leben nach.

Weißt du noch, wie's war ?
Kinderzeit... wunderbar...
Die Welt ist bunt und schön.
Bis du irgendwann begreifst,
Dass nicht jeder Abschied heißt,
Es gibt auch ein Wiedersehen

In der Kinderzeit macht man sich noch keine Gedanken über die Zukunft. Es gibt noch so viel zu entdecken. Mir fiel es schwer zu begreifen, das der Tod von meiner Großmutter ein Abschied für immer war.

Immer vorwärts, Schritt um Schritt ...
Es geht kein Weg zurück!
Und Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon, Was getan ist, ist getan.
Was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.

Die Zeit läuft uns buchstäblich davon und was wir heute erleben, können wir nie wieder so erleben, da wir mit jedem Tag älter und gebrechlicher werden. Deshalb müssen wir heute leben.

Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
'N Schritt zu weit nach vorn gewagt.
Schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
Was ich gesagt hab´, ist gesagt,
Und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit.

Wie schnell sagt man im Streit etwas, was man dann später bereut. Aber das im Zorn Gesagte kann man leider nicht mehr ungesagt machen.

Dein Leben dreht sich nur im Kreis,
So voll von weggeworfener Zeit,
und Deine Träume schiebst Du endlos vor Dir her.
Du willst noch leben irgendwann,Doch wenn nicht heute, wann denn dann...?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her. 


Lebe hier und heute, sonst lebst Du nie !

So sprach schon damals mein Vater. Doch er hat sich selbst niemals daran gehalten. Wenn er einmal Rentner ist, dann wollte er mit meiner Mutter mit dem Wohnwagen durch Europa fahren. Nun ist mein Vater schon seit 1994 Rentner und sein damaliger Traum hat sich nicht erfüllt. Meine Mutter wurde zwischenzeitlich am Herzen operiert und bekam ein künstliches Kniegelenk. Er selbst hat stark mit Tinnitus zu kämpfen. Mit seinen Augen kann er immer schlechter sehen und ab und zu bekommt er Panikattacken. Diesen Traum hat er viel zu lange vor sich hergeschoben, doch nun ist der Traum schon zu lange her als das er ihn noch verwirklichen kann.

Es gibt Tage, da habe ich auch das Gefühl meine Zeit einfach weggeworfen zu haben. Irgendwie will man es nicht wahrhaben, dass mit dem Alter auch die Gebrechen kommen werden. Ich möchte meine Träume schon heute leben, sofern ich es mir leisten kann.