Mein Freund der Baum


Was wäre die Welt ohne Bäume. Ich liebe es durch den Wald zu gehen und in einer Stadt können mir gar nicht genügend Bäume stehen. Im Sommer spenden sie Schatten und auch im Winter sehen ihre schneebedeckten Äste wundervoll aus. Sollte ich tatsächlich in grauer Vorzeit schon einmal gelebt haben, dann war ich sicherlich ein Waldmensch.

Appetit auf ....

Im Sommer 1983 habe ich mit meinem Bruder eine Rucksack Tour in Schweden und Norwegen gemacht. Unser großes Ziel war eine Wanderung durch den Sarek Nationalpark. Um erst mal zu üben, haben wir eine zweitägige Tour in Norra Dalarna in Mittelschweden gemacht. Natürlich muss man versuchen seinen Rucksack so leicht wie möglich zu packen, also sollten keine Dosen oder ähnliches mitgenommen werden. Um richtig informiert zu sein, kauften wir uns ein Fachbuch mit dem Titel "Die Rucksackküche". Wir packten somit Mehl, Zucker und Haferflocken ein um damit später über dem Lagerfeuer Bannok zu machen. Der Teig wird um einen Ast gerollt und über dem Lagerfeuer gebacken. Das hörte sich doch alles sehr interessant und irgendwie lecker an.

Nun waren wir unterwegs und machten, vor der Holzhütte in der wir auch nächtigten, unser erstes Lagerfeuer. Wir hatten einen wahnsinnigen Durst und füllten Wasser aus einem Bach in unsere Trinkflaschen. Die Landschaft um uns herum war wild und einfach traumhaft. Auch das Wetter spielte mit und trotzdem bekam ich plötzlich einen unheimlichen Japp auf ein kühles Weissbier. Das konnte ich mir hier natürlich aus dem Kopf schlagen.

Wir setzten unseren Teig an und rollten diesen auf die zuvor geschnitzten Holzstöcke. Dann hielten wir , ganz wie in der Rucksackküche beschrieben, den Stöcke über das Lagerfeuer. Der Teig wurde von außen sehr schnell braun und wenn man nicht aufpasste sogar schwarz. Von innen war das Zeug aber immer noch ziemlich klebrig. So hatten wir uns das aber nicht vorgestellt.

Dann sagte mein Bruder: "Wisst ihr worauf ich jetzt könnte, ein leckeres Steak mit frischen Salat." Jetzt war es um uns geschehen. Der Speichel sammelte sich im Mund und da konnte die Gegend ja noch so schön sein, was hätte man jetzt alles für ein leckeres Steak in Kauf genommen.Und dann kam noch die Krönung:
"Und zum Nachtisch dann leckere Erdbeeren mit Vanilleeis."


Das saß dann erst richtig. Wir bekamen plötzlich Appetit auf alles mögliche, aber alles Dinge, die wir jetzt nicht essen konnten. Das holten wir dann später am Ende unseres Urlaubes in Hannover alles nach. Und wie uns das dann alles geschmeckt hatte, vor allem wenn wir uns an Banok erinnerten. Es ist schon komisch, dass man immer auf etwas Appetit bekommt, was man im Augenblick nicht bekommen kann.

Die große Tour durch den Sarek Nationalpark fiel wegen Schlechtwetter flach, Wir waren noch einmal in Lappland für drei Tage in der Nähe von Abisko mit dem Rucksack unterwegs. Da das Wetter aber nicht mitspielen wollte sind wir umgekehrt, haben aber vorher noch die ganze Ration Schokolade für unsere Tour aufgefuttert.